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2011 Österreich und Slowenien

Ein Teenie mit mir auf drei verlängerten Wochenenden in Österreich

Abfahrt halb zwei Haigerloch in Richtung München. Wie es der Anlasser will, kommen wir geplant nach München und besuchen Achtbits. Aus dem Besuch bei lecker Käsekuchen und Kaffee gesellt sich ein tolles bayrisches Essen „Cevapcici“. Ja, die Bayern sprechen auch kroatisch. Aus dem Besuch wird was Langes und so bleiben wir noch bis zum Frühstück.
Um 12 Uhr verlassen wir den MiniBodenseestammtisch in Richtung Braunau. Die Landschaft hat was Ruhiges und Schönes. Ganz im Gegensatz die Strecke von Braunau über Ried nach Linz – gefällt mir überhaupt nicht. Bei Enns treffen wir auf die „Romantikstraße“ und landen in Au an der Donau auf einem recht idyllischen Campingplatz. Unsere Bemühungen eine offene Kneipe mit gescheiter Essensausgabe zu finden, wurde nicht belohnt. So gab es halt Kioskpizza ehemals tiefgefroren. Halt Stopp: Belohnt wurden wir von zwei kultigen Typen aus dem Pinzgau, die stundenlang auf Gitarren mit richtig guter Muke ihr Können zum Besten gaben. Die hatten es wirklich drauf.
Die Sonne weckt uns deutlich und wir erfreuen und erstmals an den österreichischen, leckeren Semmeln. Die Fahrt zunächst an der Donau entlang führt vorbei an Schlössern und Burgen und ist meiner Meinung nach kein Vergleich zu einer Rheinfahrt. Ich finde es besser. Irgendwo im Nirgendwo drehen wir ab nach Norden und lassen unsere Weiterfahrt von Caches im Hinterland leiten. Zwei von Dreien finden wir tatsächlich. Einen eben nicht, macht nix, dafür war das Schloss in Pöggstall sehr nett und hatte lecker Mehlspeisen. Die Weiterfahrt führte uns wieder an die Donau und natürlich zum Stift Melk. Imposant und wir hatten das Vergnügen, es nicht überlaufen anzutreffen. Abends am rechten Donauufer kurz entlang bis Schönbühel auf den Campingplatz. Der Koch zeigte seine Künste, wir waren satt.
Heute sollte es in Richtung Wien gehen. Das Reststück an der Donau entlang durch die Wachau, für Weinliebhaber ein Begriff. Ab Krems war es mir zu langweilig, deswegen sind wir über die „Berge“ nach Wien-West. Von hier aus direkt nach Schönbrunn zu Sissis Wohnhaus und deren Fuhrpark. Im Stau an den Campingplatz Neue Donau und da sitzen wir nun beim und nach dem Abendessen. Leider ist deren Wifi zu schwach. Wobei, wenn alle vorne mit ihrem Smartphone, Laptop und Netbook sitzen und per Skype Videotelefonie in den unterschiedlichsten Sprachen führen, ist das doch recht witzig.
Der Tag in Wien: Mit der U-Bahn rein und am Museumsplatz ausgestiegen. Und ja, Wien ist auf dem Weg zum Stephansdom richtig schön. Was soll man dazu sagen, einfach mal zwei Tage reinschauen, ich bin der Meinung es lohnt sich. Auf dem Rückweg zur U-Bahn mal durch den Prater Park. Der ist witzig: ein tolle Mischung aus Moderne und Oldtimer. Abends auf dem Campingplatz noch versucht die Ruhe zu bekommen, aber keine Chance. Der CP lohnt sich echt nur, wenn man es auch auf einem Rastplatz neben einem Kühlaggregat aushält.
Heute geht es an den Neusiedler See – es ist verdammt heiß. Wir fahren auf vielen Seitenstraßen mal hoch und runter und sind schon da. Der Campingplatz ist Riesengroß und hat eine seltsame Preisgestaltung. Man darf jedoch eingestehen, dass er wirklich alles hat, um Wochenlang den Platz nicht zu verlassen. Heute die Hängematte ausprobiert, zu mehr reichte es nicht, bei der Schwüle.
Jetzt ist ein Faultag dran, oder wie ein Afrikareisender gerne berichtete, ein Waschtag. Faul heißt Faul, deswegen gibt es auch nichts zu lesen.

Auf dem Weg in die Steiermark fahren wir ein bisschen kreuz und quer – ein tolles Hügelmeer. Nach jeder Kurve, nach jeder Kuppe erscheint ein neuer, komplett anderer Ausblick. Irgendwann kommen wir an den Stubenberger See. Der See ist zwar irgendwie eine Konserve mit Beilage, aber die Platzwirtin so und so sehr nett. Also der Campingplatz ist ok, und das Essen dort auch. Die Dame ist ein Tausendsassa.
Die ganze Nacht und der anschließende Morgen hat es geschüttet. Nach dem Frühstück brechen wir schnell auf, zunächst auf die Steirische Schlösserstraße, weiter nach Süden an der ungarischen Grenze, später an der slowenischen Grenze entlang. In Bad Raskersberg machen wir halt. Ein spannender und gut erhaltener Ort, der nicht zu viel mit Moderne versaut wurde. Ok, dass sehen wir erst auf der Campingplatzsuche und ziehen schnell weiter nach Mureck an der Mur. Den Cache müssen wir leider „stecken“ – dafür ist die Schiffsmühle Mureck der Hammer. Heut gibt es mal was Smugehule-Einheimisches zu Essen, Spaghetti. 
Am nächsten Morgen brechen wir ohne das gewohnte Frühstück auf. Gehen Tanken, kurz Kaba und Semmeln holen und brechen auf nach Riegersburg zur Zotter Schokoladen Manufaktur. Ich war schon in einigen Lebensmittelverarbeiteten Firmen, auch im Hintergrund, auch bei Ritter. Aber was Zotter hier aufgestellt hat, Schokotheater über die Verköstigungsmeilen und den Essbaren Tiergarten, stellt alles bisher von mir Gesehene in den Schatten. Die liebevolle Detailarbeit ist der Hammer und unbeschreiblich schön, interessant und lecker. Es lohnt sich, dort hinzugehen. Auf dem weiteren Weg fahren wir a bissle durch das Steirer Land und erfreuen uns an der lieblichen Landschaft. Wir fahren an und auf der alten steirischen Weinstraße, direkt an der slowenischen Grenze entlang. Diese Landschaft hat auf der Skala 1bis6 eine 1plus verdient. Man fährt mitten durch Weinberge, jedoch meist auf dem Kamm und hat eine geniale Aussicht auf drei Seiten. An einem unbedeuteten Ort machen wir Rast auf einem Campingplatz und gehen noch eine Pizza essen. Eklig. Ein Türke der Schweinefleisch auf die Pizza haut, wo gibt es denn so was. 
Der heutige Tag soll uns weiter Richtung Kärnten führen. Die Berge werden etwas höher, noch höher und fallen dann wieder ins Draugebiet zwischen Vöcklabruck und Klagenfurt ab. Eine kleine Runde in Slowenien haben wir noch gedreht. Haben es bei Superwetter genossen zu Cruisen mit HZJ und Seitenauspuff, dabei Maffay, Westernhagen und Unheilig gelauscht. Sind dann zum Klopeiner See gefahren. Uns hat es schon gewundert wo die ganzen Touristen sind, die wir bisher nicht gesehen haben. Sie sind am Klopeiner See. Eigentlich haben wir uns für einen Platz an der Südseite entschieden. Das es aber noch zu früh für den Feierabend ist, gehen wir noch in Richtung Seealpsattel in Richtung Slowenien auf Cachesuche, 1von2 haben wir geloggt . Weiter in eine Klamm bei Bad Eisenkappel in Richtung Westen und ja, sage und schreibe 2km Schotterpiste. Zurück im Feriengebiet Klopeiner See und Thuner See haben wir den zuvor anvisierten CP angesteuert. Furchtbar, schräg, ohne Schatten und ohne See. Der zweite auf dem Nordufer war noch schlimmer. Also doch zum Terassencamping an den Thurner See. Dieser hat uns sehr überrascht und erhält die Note 2. In dritter Etage über dem See sitzend schreibe ich nun die letzten zwei Tage auf. Mit Blick aufs Wasser, auf die Berge …schöne Aussicht. Genialer Tag.

Heute ging es sehr gemütlich über Eisenkappel und dem Seebergsattel nochmal nach Slowenien und über den Loiplpass wieder zurück. Slowenien gefällt mir sehr gut – das nächste Mal für längere Zeit, auf jeden Fall. Vorbei an der Tscheppaschlucht nach Ferlach. Auch hier viel es zum wiederholten Male auf, dass die alten Innenorte im Vergleich zu früher nahezu ausgestorben sind. Es bewegen sich im Ort keine Leute mehr. Dafür hat nun jeder Ort mit Kirche einen Billa und wenn dessen Parkplatz voll ist, baut direkt daneben ein Lidl. Selbst Edekas und kleine Spars im Ort machen zu. Mir gefällt auch hier die Entwicklung nicht, aber was solls – das ist Fortschritt. Ärgerlich finde ich die Tatsache wo man früher noch an jeder Ecke eine Speisekarte mit typisch einheimischen Gerichten vorfand, heute auch nur noch angepasste Allgemeinküche wie in Haigerloch, Flensburg oder Füssen findet. Um wirklich mal was gescheites zu Essen zu bekommen, muss man hoch auf die Hütten. Nun denn: Wir fuhren dann über Villach an den Ossiacher See. Witzig wie der sich entwickelt hat – wir fanden einen sehr sehr netten Campingplatzbesitzer, der uns direkt an den See stellte. Dankeschön. Nachts regnete es aus allen Öffnungen, ein leichtes Gewitter und einen Donnerschlag, den ich so noch nicht erlebt, gefühlt und gehört hatte. Der ganze CP stand auf den Füßen und schaute, welche Tupperschüssel in die Luft geflogen ist. Am nächsten Morgen kam der Besitzer freundlich lächelnd auf mich zu und stellte mehr fest, als das er fragte „Na Sie werden wohl keine Probleme haben, aus der nassen Wiese zu kommen!?!“ 
So, der Rest ist eigentlich schnell erzählt. Haben noch ein paar Seen abgeklappert. Mal unnötig Maut bezahlt. Sind dann über Lienz und Gerlos ins Zillertal. Von dort aus weiter über Innsbruck Arlberg, Hochtannberg ins Bregenzerwald nach Au. Zwischendurch hatten wir endlich unseren Travelbug losbekommen. Ab Lech hat es mir wieder landschaftlich und Ortschaftsmässig sehr gut gefallen. Das ist eine schöne Gegend. In Au dann mal richtig Österreichisch Essen können und am nächsten Morgen auf dem kürzesten Weg nach Hause.
Es hat Spaß gemacht. Österreich ist nicht mehr das was es mal war. Der Erfolg hat vielen gut getan und nicht vielem. Vielleicht bin ich mittlerweile nur die falsche Zielgruppe. Sicherlich wäre es weit oben noch schöner gewesen. So haben wir halt die beschriebenen sehr schönen Plätze genossen.

Text und Reise: Andi

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  1. 30. August 2011 10:13

    haha, campingplatz wien neue donau kenn ich. da war ich auf meinen reisen auch paarmal zum gratis duschen :D

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